Nicht jeder Mitarbeiter verlässt bei Unzufriedenheit das Unternehmen. Viele Betroffene bleiben weiterhin im Job, haben jedoch innerlich gekündigt. Weder für den Arbeitnehmer noch für den Arbeitgeber ist dies eine hilfreiche Situation. Deshalb sollten Unternehmen vorbeugen, damit es gar nicht erst soweit kommt.

Problem der innerlichen Kündigung

Dass Mitarbeiter nur innerlich kündigen, das Unternehmen jedoch nicht verlassen, kann verschiedene Ursachen haben. Betroffene Arbeitskräfte befürchten häufig, sie könnten keinen anderen Job finden, weshalb sie trotz Unzufriedenheit oder Frust weiterhin ihrem Job nachgehen.

Die Folgen einer innerlichen Kündigung sind gravierend. Der Mitarbeiter fühlt sich nicht wohl und möglicher Frust kann sich auch im Privatleben bemerkbar machen oder gar die Gesundheit beeinträchtigen. Im Beruf zeigen Betroffene meist nur wenig Engagement und weisen oftmals höhere Fehlzeiten auf, was für den Arbeitgeber einen erheblichen Rückgang der Produktivität bedeuten kann. Außerdem sind negative Auswirkungen auf die Innovationsfähigkeit des Unternehmens sowie die Unternehmenskultur bzw. auf den Umgang der Mitarbeiter untereinander nicht auszuschließen.

Selten sind Betroffene an ihrer Situation selbst schuld

Aus Unternehmenssicht mag es auf den ersten Blick reizvoll erscheinen, betroffene Mitarbeiter rasch zu identifizieren, um sich anschließend von ihnen zu trennen. Allerdings ist dies leichter gesagt als getan und zugleich ist solch eine Lösung nicht nachhaltig. Nur in wenigen Fällen sind die Gründe einer innerlichen Kündigung auf den Mitarbeiter zurückzuführen. Meist liegt die Verantwortung beim Arbeitgeber, der ein Umfeld geschaffen hat, welches innerliche Kündigungen begünstigt. Nachfolgend führen wir die häufigsten Gründe für innerliche Kündigungen auf.

Über- und Unterforderung

Zahlreiche Berufstätige fühlen sich im Job überfordert. Selten liegt dies an der Qualifikation, sondern vielmehr am Aufgabenfeld, das beispielsweise zu breit gefächert ist oder an einem zu hohen Arbeitspensum. Auf Dauer halten Betroffene dem Druck nicht stand und beginnen damit, negative Gefühle gegenüber Tätigkeit und Arbeitgeber zu entwickeln.

Dieselbe Entwicklung droht bei Unterforderung im Job. In solchen Fällen würden Mitarbeiter gerne anspruchsvollere Aufgaben übernehmen und mehr Verantwortung tragen. Ist diese Möglichkeit nicht gegeben, beginnt das Interesse an der Tätigkeit sowie am Arbeitgeber abzuflauen.

Stelle falsch besetzt

Die zuvor aufgeführten Probleme sind häufig auf Aufgabenfelder zurückzuführen, welche der Arbeitgeber an eine Position gekoppelt hat. Die Lösung würde folglich darin bestehen, Stellen und zugehörige Aufgaben anders zu strukturieren.

Anderseits können Stelle und Aufgabenprofil optimal gestaltet sein und dennoch fühlt sich ein Mitarbeiter über- oder unterfordert. In solchen Fällen wurde die Stelle schlichtweg falsch besetzt, d.h. das Unternehmen wäre gut damit beraten, den betroffenen Mitarbeiter in einem anderen Aufgabenfeld einzusetzen. Hieran wird ersichtlich, wie bedeutsam es ist, nicht nur Stellen und zugehörige Aufgabenprofile exakt zu formulieren, sondern auch beim Recruiting sämtliche Einflussgrößen zu berücksichtigen.

Führungsstil

Betroffene geben häufig an, dass sie aufgrund ihres Vorgesetzten innerlich gekündigt haben. Im Detail können die Probleme sehr verschieden sein. Häufig stellt vor allem ausbleibendes Lob eine bedeutsame Ursache dar. Ebenso sind Mitarbeiter unzufrieden, wenn sie Feedback geben und beispielsweise Optimierungen vorschlagen, diese jedoch unberücksichtigt bleiben.

Betriebsklima

Nicht außer Acht zu lassen ist das Betriebsklima. Je nach Unternehmenskultur besteht ein größeres oder geringeres Risiko, dass sich einzelne Mitarbeiter unwohl fühlen. Im Allgemeinen gilt: Je weniger sich Kollegen gegenseitig respektieren und unterstützen, desto größer ist das Risiko der innerlichen Kündigung.

Fehlende Karrieremöglichkeiten

Zu guter Letzt sind fehlende Karrieremöglichkeiten ebenfalls zu berücksichtigen. Viele Beschäftigte möchten sich beruflich weiterentwickeln und beispielsweise eines Tages personelle Verantwortung tragen oder schlichtweg die Chance haben, ihr Einkommen zu steigern. Ansonsten drohen Mitarbeiter abzuwandern oder sie bleiben dem Unternehmen zwar erhalten, schrauben jedoch ihr Engagement zurück.

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Quellen:

https://www.sueddeutsche.de/karriere/innere-kuendigung-das-sind-die-schlimmsten-motivations-killer-1.1341916
https://www.impulse.de/management/personalfuehrung/innere-kuendigung/3537951.html

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