Kontrastreicher könnte die Situation am Arbeitsmarkt kaum sein. Auf der einen Seite steigt die Zahl derjenigen, die trotz Eintritt in den Ruhestand weiterhin einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen. Auf der anderen Seite entscheiden sich immer mehr Berufstätige für den vorgezogenen Ruhestand.

Blick auf die Gründe

Die Gründe hierfür sind schnell gefunden. Einerseits gibt es mehr Ruheständler denn je, die sich dazu gezwungen sehen, ihre Renten aufzubessern. Andererseits können es sich immer mehr Menschen erlauben, frühzeitig in den Ruhestand zu kehren. Bei Letzteren handelt es sich um Fach- und Führungskräfte, die über gute Einkommen verfügen und deshalb überdurchschnittlich hohe Rentenzahlungen erwarten.

Zu dieser Entwicklung hat die Sozialpolitik der vergangenen Jahre einen erheblichen Beitrag geleistet. Viele Berufstätige können abschlagsfrei in den vorgezogenen Ruhestand wechseln, d.h. sie erhalten die volle Rente. Solch eine Chance möchten sich zahlreiche Menschen nicht entgehen lassen. Schließlich blicken wir auf eine neue Generation an Rentenempfängern. Diese möchte den neuen Lebensabschnitt aktiv gestalten und vorhandene Zeit bestmöglich nutzen. Entsprechend wird die Möglichkeit, abschlagsfrei in den Ruhestand wechseln zu können, gerne angenommen.

Folgen für Arbeitgeber

Aus Sicht der Wirtschaft stellt das frühere Austreten von Fach- und Führungskräften ein ernsthaftes Problem dar. Schließlich gilt es die frei werdenden Stellen erneut zu besetzen, was oft jedoch leichter gesagt als getan ist. Die zu ersetzenden Mitarbeiter verfügen über lange Erfahrung und sind mit den Abläufen bestens vertraut – da kann es schwierig sein Ersatz zu finden.

Gleichzeitig ist das Ausmaß der Situation nicht zu unterschätzen. Der abschlagsfreie Wechsel in den vorgezogenen Ruhestand ist seit Juli 2014 möglich. Die damals neu geschaffene Möglichkeit wird seither sehr gut angenommen und in den Folgejahren stieg die Anzahl der Anträge rasant an. Der bisherige Höhepunkt wurde im Jahr 2017 erreicht, als 254.000 Anträge gestellt wurden. 2018 war mit 251.000 Anträgen auch nicht viel schwächer. Rentenexperten gehen davon aus, dass dieses hohe Niveau noch für lange Zeit aufrechterhalten bleibt.

Was Unternehmen tun können

Aus Sicht des Arbeitgebers ist es zunächst wichtig, die eigentliche Problematik zu verstehen. Dies bedeutet auch, erst einmal zu prüfen, wie es um die Situation im eigenen Unternehmen steht. Entscheidend hierbei ist, nicht nur kurzfristig zu denken, sondern ebenso zu prüfen, wie viele Mitarbeiter auf mittlere und lange Sicht in den vorgezogenen Ruhestand wechseln könnten und welche Herausforderungen damit einhergehen.

Zur Lösung derartiger Probleme ist es ratsam, mit dem Sourcing möglichst früh zu beginnen. Im Vorteil befinden sich Unternehmen, die über starke Ressourcen verfügen und auf gut eingespielte Prozesse blicken. So fällt es leichter, offene Stellen möglichst zeitnah wieder zu besetzen oder sogar nahtlose Übergänge zu schaffen.

Eine weitere Maßnahme besteht darin, Mitarbeiter an sich zu binden. Zwar mag derzeit eine neue Generation an Ruheständlern, die ihr Leben intensiv genießt, heranwachsen. Doch zahlreiche Fach- und Führungskräfte entscheiden sich nicht nur wegen des Lifestyles für den vorgezogenen Austritt aus dem Berufsleben. Einige fühlen sich in der Arbeitswelt schlichtweg nicht mehr wohl, wodurch ihnen der Wechsel leicht fällt. Genau an diesem Punkt sollten Unternehmen ansetzen und gestalterisch tätig werden, indem sie Wünsche und Ziele ihrer Mitarbeiter ermitteln und beispielsweise fein abgestimmte Karrierepläne entwickeln.

Ihre Experten

Seit Jahren bieten wir maßgeschneiderte Sourcing-Lösungen, um Vakanzen schnell und optimal zu besetzen. Darüber hinaus unterstützen wir Unternehmen bei der Bindung ihrer Fachkräfte, u.a. mithilfe individuell abgestimmter Weiterbildungskonzepte. Gerne stehen wir auch Ihnen zur Seite – wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

Quelle:

Handelsblatt – Boom bei der Rente ab 63

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