Noch immer gibt es zahlreiche Unternehmen, die um das Thema Home-Office bewusst einen großen Bogen machen. Besonders im Mittelstand ist eine ausgeprägte Zurückhaltung festzustellen. Die Gründe dafür sind stets dieselben. Zum einen mangelt es vielen Unternehmen schlichtweg an Erfahrung. Zum anderen wird befürchtet, die Erlaubnis zum Arbeiten im Home-Office könnte die Produktivität spürbar drosseln.
Rückenwind erhalten Manager, die so oder ähnlich denken, aus den Medien. In den vergangenen Jahren sorgten IT-Konzerne wie IBM und Yahoo für Schlagzeilen, indem sie ihre Home-Office-Regelungen kippten und von allen Mitarbeitern verlangten, ausschließlich an unternehmenseigenen Standorten zu arbeiten.
Trotzdem ist solch eine Denkweise gefährlich. Zunehmend mehr Experten aus den Feldern Business, IT und Career sind sich darüber einig, dass das Home-Office im Arbeitsmarkt der Zukunft eine wesentlich bedeutendere Stellung als heute einnimmt. Unternehmen, die sich gegenüber dem Home-Office versperren, drohen erhebliche Potenziale zu verspielen.

 

So leicht ist das Argument der niedrigeren Produktivität zu entkräften

Doch zunächst zum Thema Produktivität. Dass Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten, weniger produktiv sind, muss nicht zwangsläufig der Fall sein. Unternehmen haben bessere Möglichkeiten denn je, um die Produktivität jedes einzelnen Mitarbeiters zu messen und zu bewerten.
Spätestens ab einer mittelständischen Größenordnung gelten entsprechende Softwarelösungen als üblich. Ob Projektmanagement Software, Scrum Plattform oder Vertriebs Software, die meisten solcher Systeme liefern entsprechend verwertbare Daten auf Knopfdruck.

Im Übrigen sind Mitarbeiter, die Räumlichkeiten des Unternehmens arbeiten, nicht zwangsläufig produktiver. Im Gegenteil: Das Spektrum potenzieller Ablenkungen ist weitaus größer als im Home-Office. Einzelne Untersuchungen zeigen, dass Mitarbeiter in bestimmten Umfeldern bis zu 30 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Dingen verbringen, die mit ihrer eigentlichen Arbeit nichts zu tun haben.

 

Warum das Home-Office noch stark an Bedeutung gewinnen wird

Die Berufswelt befindet sich in einem anhaltenden Wandel. Klassische Berufsbilder sind in ausgewählten Branchen und Bereichen am Verschwinden, erste Unternehmen haben längst damit begonnen, nicht mehr Mitarbeiter einzustellen, sondern Projektspezialisten anzuheuern. Nachdem sie ihre Projekte beendet haben, wechseln sie unternehmensintern in andere Projekte oder ziehen weiter.

Solche Spezialisten sind vor Ort gar nicht immer zu finden. Oft leben sie in anderen Städten oder sogar im Ausland. Das Home-Office verkörpert häufig die einzige Möglichkeit, solche Fachkräfte für sich zu gewinnen. Zumal auch bei den Spezialisten ein Umdenken stattfindet. Zunehmend mehr Freelancer sind aufgrund ihrer wechselnden Kunden gar nicht mehr dazu bereit, ständig in andere Städte zu ziehen. Einige arbeiten längst aus Prinzip vom Home-Office aus – entweder ihr Kunde akzeptiert dies oder er muss einen anderen Spezialisten finden.

Zu guter Letzt ist der Feel-Good Faktor nicht außer acht zu lassen. Besonders in den Metropolstädten klagen zunehmend mehr Mitarbeiter über lange Arbeitswege. Vor und nach der Arbeit verbringen sie täglich ein bis zwei Stunden im Verkehrsstau – Zeit, die sie besser nutzen könnten. Einige haben hierauf keine Lust mehr und sind deshalb sogar dazu bereit, auf bestimmte Jobs zu verzichten. Diesbezüglich stellt das Home-Office eine attraktive Lösung dar, um Talente anzulocken und halten. Zumal sich dieses Modell auch anpassen lässt, indem z.B. verlangt wird, dass Mitarbeiter an eine bestimmte Anzahl an Arbeitstagen vor Ort im Firmengebäude verbringen. Hiermit erklären sich die meisten dann auch einverstanden.

 

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Quellen:

http://www.spiegel.de/karriere/ibm-arbeitsplaetze-in-zukunft-weniger-homeoffice-a-1139978.html

https://www.computerwoche.de/a/unternehmen-profitieren-von-home-office,3544650

https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/ch/Documents/consumer-business/ch-cb-de-der-arbeitsplatz-der-zukunft.pdf

 

1 Kommentar / Trackback

  • Einen wichtigen Grund haben Sie hier vergessen, und zwar die Unternehmensförderung des Landes. Die Landesbanken stellen Unternehmen keine Fördergelder zur Verfügung, wenn die Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, mit der Argumentation, dass diese Mitarbeiter nicht vorwiegend an der Hauptbetriebsstätte beschäftigt werden. Das ist für kleine und mittelständische Unternehmen unter Umständen existenzbedrohend. Solange hier politisch kein Umdenken stattfindet, haben die Unternehmen schlicht und einfach keine Wahl, als Homeoffice abzulehnen.