Zum Leidwesen von Unternehmen kommt es gelegentlich vor, dass interessante oder gar bereits eingestellte Bewerber untertauchen. Dieses Phänomen wird als „Ghosting“ bezeichnet. Zwar ist es vergleichsweise jung, jedoch betrifft es eine wachsende Anzahl von Unternehmen. Im heutigen Beitrag möchten wir uns mit Ursachen und Lösungsmöglichkeiten beschäftigen.

Was bedeutet Ghosting?

Bislang kannte das Personalwesen nur den umgekehrten Fall. Dort stehen Arbeitgeber und Arbeitsvermittler im Fokus. Sobald sie ein Kandidat nicht mehr interessiert, brechen sie den Kontakt ab. Solch eine Vorgehensweise ist alles andere als respektvoll und hat mit professionellem Recruiting nichts zu tun.

Doch inzwischen kehren einige Bewerber den Spieß um. Unternehmen haben Interesse an diesen Kandidaten, können diese jedoch nicht mehr erreichen. Zugegeben: Derartige Problemfälle treten in der Praxis eher selten auf. Anderseits waren solche Fälle bis vor kurzem nicht bekannt, während sie nun häufiger festzustellen sind.

Gerade im Zeitalter des Fachkräftemangels ist solch ein Verhalten nicht erfreulich. Womöglich hat ein Kandidat bereits den gesamten Bewerbungsprozess durchlaufen und sogar einen Arbeitsvertrag erhalten, aber dann verschwindet er einfach. Für den Arbeitgeber ist dies ärgerlich – und das nicht nur, weil Zeit und Energie investiert wurden, sondern auch, weil eine Stelle unbesetzt bleibt und es möglich gewesen wäre, einem anderen Bewerber die Chance zu geben.

Gründe für solch ein Verhalten der Bewerber

Das Spektrum an Gründen, weshalb sich einige Bewerber so verhalten, ist breit gefächert. Einige davon können sehr ernst sein, wie z.B. gesundheitliche Schwierigkeiten oder Lebensumstände, die den Kandidaten zu einem Umzug bewegen mussten. In den meisten Fällen ist der Grund jedoch ein anderer: nämlich verlorenes Interesse. Oft haben solche Kandidaten einen aus ihrer Sicht besseren Job gefunden, sind bei einem anderen Unternehmen untergekommen und ergo einfach abgetaucht.

Angemessen wäre es in solchen Situationen, sich mit dem Unternehmen in Verbindung zu setzen und es über die geänderten Pläne zu informieren. Allerdings gibt es durchaus auch Unternehmen, die ein solch unangemessenes Verhalten der Bewerber begünstigen – etwa in Form unzureichender Kommunikation. Es gibt Unternehmen, die – nachdem der Arbeitsvertrag zustande gekommen ist – für längere Zeit nichts mehr von sich hören lassen. Damit geraten sie aus dem Fokus des neuen Mitarbeiters. Andere machen es zwar insofern besser, immerhin zu kommunizieren, sich jedoch standardisierter E-Mails bedienen. Die Folge ist, dass viele Kandidaten unsicher werden oder sich alleine gelassen fühlen und somit dazu tendieren, einen anderen (sichereren) Weg einzuschlagen.

Die Lösung, um solche Situationen zu vermeiden, ist einfach: dialogorientierte Kommunikation.
Zum einen, überhaupt mit ihm zu kommunizieren, zum anderen, persönliche Kommunikation zu betreiben. Es gilt, den neuen Kandidaten stärker einzubinden, indem er auf dem Laufenden gehalten wird. Hierbei muss es nicht nur darum gehen, den Kandidaten „bei der Stange zu halten“, sondern bereits Folgeprozesse in Bewegung zu setzen, wie z.B. mit den ersten Schritten im Onboarding.

Selbstverständlich kann diese Art von Kommunikation ein Auftreten von Ghosting nicht vollständig unterbinden. Aber es kann beeinflussen, wie sich Menschen verhalten. Sollte ein Kandidat seinen Job am Ende doch nicht antreten wollen, wird er dann eher nicht einfach untertauchen, sondern wenigstens rechtzeitig Bescheid geben.

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Quellen:099

https://ze.tt/ghosting-im-job-was-passiert-wenn-du-am-ersten-arbeitstag-einfach-nicht-kommst/

https://www.humanresourcesmanager.de/news/ghosting-bewerber-melden-sich-nicht-mehr.html

https://www.manager-magazin.de/lifestyle/artikel/karriere-das-ghosting-phaenomen-im-job-und-personalmarkt-a-1251532.html

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