Generationenwechsel in IT-Unternehmen

Eine wachsende Anzahl von IT-Unternehmen muss sich derzeit dem Problem der Nachfolgeregelung stellen. Denn viele Mitarbeiter in der Geschäftsführung stehen entweder kurz vor dem Ruhestand oder planen, sich aus dem aktiven Geschäft zurückziehen, um einen Nachfolger einzuarbeiten. Auch der Bundesfachverband der IT-Sachverständigen und –Gutachter (BISG) hat bereits auf die aktuelle Situation reagiert und bietet in Vorbereitung auf eine Firmenübergabe neutrale Bewertungen für IT-Unternehmen an.
In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die aktuelle Situation hierzu und was bei einer Firmenübergabe an die nächste Generation beachtet werden muss.

Gründergeneration zieht sich zurück
„In der IT-Branche steht uns ein Generationenwechsel bevor“, erläutert Andreas Barthel vom Fachbereich „Unternehmensbewertung von IT-Unternehmen“ des BISG. In den kommenden fünf bis sieben Jahren werde die Gründergeneration von mittelständischen IT-Unternehmen verstärkt in den Ruhestand treten. „In der Regel muss dann eine Nachfolgeregelung getroffen werden und diese braucht eine verlässliche und vor allem neutrale Unternehmensbewertung. Doch kein Unternehmen kann seinen eigenen Wert neutral evaluieren. Für eine verlässliche Unternehmensbewertung in der IT-Branche braucht es also Spezialisten“, so Barthel. Diese Spezialisten will zukünftig der BISG zur Verfügung stellen. Unter der Leitung von Barthel werden die Sachverständigen und Gutachter des Verbands IT-Unternehmern professionelle und neutrale Bewertung anbieten. Die Bewertungen helfen Unternehmen dabei, die Verhandlungspositionen zu objektivieren oder eine realistische Sichtweise auf das eigene Unternehmen zu erlangen.

Inhaber überschätzen den Wert ihres Unternehmens
„90 Prozent der Inhaber schätzen den Wert ihres Unternehmens falsch ein, 70 Prozent schätzen gegenüber dem realen Marktwert um das drei- bis siebenfache zu hoch“, erklärt Hans-Peter Gemar, Geschäftsführer der Hamburger Unternehmensberatung con|cess-M+A-Partner. Dabei räumt er allerdings ein, dass es verschiedene Methoden zur Ermittlung des Marktwerts gibt und somit über das richtige Wertermittlungsverfahren – je nach Unternehmen – durchaus gestritten werden kann. Für die Überschätzung des eigenen Firmenwertes gibt es handfeste Gründe. Was oft über Jahrzehnte aufgebaut wurde, wird eher mit dem Herzen als mit dem Verstand betrachtet. Viele Unternehmer haben bis zu 90 Prozent ihres Kapitals im Unternehmen investiert, von der Höhe des Unternehmenswerts hängt die Höhe der finanziellen Altersversorgung ab.

Der richtige Nachfolger
Ein häufiges Phänomen ist, dass nicht wenige Unternehmer nach ihrem Ebenbild Ausschau halten – der Neue sollte so wie sie sein. Besonders betroffen hiervon sind Familienbetriebe. Doch bleibt festzuhalten, dass von den alljährlich rund 60.000 Familienunternehmen, bei denen ein Wechsel an der Spitze ansteht, nur die Hälfte in familiärer Führungshand bleibt.

Verkauf ans eigene Management
Eine zunehmende Tendenz sieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in der externen Firmenübernahme. An erster Stelle steht hierbei die Übernahme durch die bislang angestellten Führungskräfte. Dieser sogenannte Management-Buy-Out (MBO) ist in vielen Fällen die eine Möglichkeit für eine erfolgreiche Transaktion. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass die neue zugleich die alte Führung ist.

Rechtzeitig handeln
Keine rechtzeitigen Maßnahmen für eine geordnete Übergabe an die nächste Generation einzuleiten ist grob fahrlässig. Das gilt besonders für Familienbetriebe. Mitarbeitern, Kunden, Geschäftspartnern sollten zudem davon ausgehen können, dass der Firmeninhaber in einer derart wichtigen Angelegenheit vorausschauend handelt. Für Nachfolgeplanung bis zur tatsächlichen Übergabe sollten mindestens fünf Jahre eingeplant werden. Dadurch ist genug Zeit vorhanden, Fehler rechtzeitig zu erkennen.

 
 
Quellen:

BISG bewertet künftig IT-Firmen
http://www.handelsblatt.com/unteFirmennachfolge: Wie der Generationswechsel wirklich geht

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