Der anhaltende Fachkräftemangel stellt zahlreiche Unternehmen schon heute vor große Aufgaben: ohne die notwendigen Spezialisten, wird es schwer, vom Trend der Digitalisierung zu profitieren. Doch zukünftig prognostizieren Personal- und Arbeitsexperten noch größere Herausforderungen …

Einige Kritiker halten der Wirtschaft vor, zu kurzfristig zu denken und langfristige Trends außer Acht zu lassen, etwa die Frage: was kommt nach der Digitalisierung und welche Auswirkungen hat diese auf den Arbeitsmarkt?

Gegenwärtiger Fachkräftemangel im Fokus

Tatsächlich haben viele Unternehmen ihren Blick nicht allzu weit in die Zukunft gerichtet. Primär steht im Fokus, die gegenwärtigen Herausforderungen zu meistern. Denn der Fachkräftemangel bleibt nicht ohne Folgen: etliche Entscheider fürchten Einbußen an Wettbewerbsfähigkeit, sollten sie nicht Schritt halten können. Also wird händeringend nach Fachkräften gesucht, insbesondere im IT-Umfeld. Doch Spezialisten rund um Big Data, Datenanalyse, Machine Learning oder KI sind rar, die Nachfrage seitens der Unternehmen übertrifft das Angebot bei weitem.

Experten sind sich darüber einig, dass der Fachkräftemangel noch für längere Zeit bestehen wird. Speziell in Deutschland wird hierfür nicht zuletzt die demographische Entwicklung verantwortlich gemacht: es gibt im Verhältnis zu wenige junge Menschen, die am Markt nachrücken könnten.

Im Ausland ist die Situation oft anders. Jedoch gelingt es deutschen Unternehmen nur bedingt, ausländische Fachkräfte anzulocken. In Sachen Digitalisierung gilt Deutschland nicht als führend, andere Länder, wie etwa die USA, üben auf Talente eine weitaus stärkere Sogwirkung aus.

Auch die Situation an Hochschulen ist nicht die beste – zahlreichen Einrichtungen mangelt es an Ressourcen. Es fängt beim eigenen Personal an, das oft nicht das notwendige Know-How mitbringt. Ebenso wurden schon Studiengänge geplant und wieder verworfen, weil es an der erforderlichen IT-Infrastruktur mangelt. Erneut führen hier die USA und auch einige asiatische Länder stehen im Vergleich deutlich besser da.

Den Blick weiter in die Zukunft richten

Wie erwähnt, haben viele Unternehmen ihren Fokus auf die gegenwärtigen Schwierigkeiten gerichtet. Parallel muss den Entscheidern klar werden, dass die anhaltende Digitalisierung große Veränderungen nach sich ziehen wird. Sie wird Unternehmen effizienter machen, da Computer viele Aufgaben eigenständig übernehmen. Doch in Folge könnte der Anteil derjenigen, die dann „überflüssig“ werden, sich umorientieren müssen und zunächst keine neue Beschäftigung finden, drastisch steigen. Worst-Case-Szenarien gehen von einer Vervielfachung der Arbeitslosenzahl aus.

Unternehmen könnten solch eine Entwicklung verhindern, indem sie ihren Blick noch weiter in die Zukunft richten, um Digitalisierung & Folgen besser zu kontrollieren. Es gilt, kritische Fragen zu stellen, beispielsweise welche Folgen die Digitalisierung in einzelnen Branchen haben wird, was aus dem Zusammenspiel resultiert und mit welchen Methoden Weichen gestellt werden können, um das eigene Profil zu schärfen und damit die eigene Existenz zu sichern. Sich am besten heute schon Gedanken zu machen, welche Fachkräfte morgen benötigt und wie diese bereits heute rekrutiert oder qualifiziert werden können, erhöht die Chancen, auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig für Beschäftigung zu sorgen.

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Quellen:

https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article182287292/Arbeitsmarkt-von-morgen-Der-Fachkraeftemangel-ist-bald-unser-geringstes-Problem.html

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