Über Löhne und Gehälter wird häufig nur hinter verschlossenen Türen gesprochen. Dies gilt nicht nur für Privatpersonen, sondern ebenso für deren Arbeitgeber. Gerade in Deutschland gilt das Thema Vergütung immer noch als heikel. Dennoch sollten sich Unternehmen mit der Frage beschäftigen, ob sie künftig nicht verstärkt auf Gehaltstransparenz setzen möchten.

Warum gezögert wird

Je nach Land wird mit diesem Thema unterschiedlich umgegangen. Im angelsächsischen Raum kommt es durchaus vor, dass Menschen mit ihrem Einkommen prahlen. In Deutschland ist dies die Ausnahme – und das schon seit jeher. Viele Berufstätige sind zu derartigen Gesprächen nicht bereit. Grund dafür ist vor allem die Angst, man könnte mehr als andere verdienen und so Neid auslösen.

Bei Unternehmen ist die Situation im Grunde ähnlich. Laut dem Global Talents Report 2018 setzen in den USA 52 Prozent der Arbeitgeber auf Gehaltstransparenz. In Frankreich und Großbritannien sind es je 50 Prozent, während der Anteil deutscher Unternehmen bei lediglich 34 Prozent liegt.

Auch hier ist Angst als wesentlicher Grund anzuführen. Sobald Mitarbeiter außertariflich bezahlt werden, besteht oft das Risiko, dass zwei Personen dieselbe Funktion ausüben, eine jedoch mehr als die andere verdient. Würde solch eine Ungleichheit bekannt, könnte dies zu einer unangenehmen Debatte führen, die womöglich zur Folge hat, dass ein Gehalt deutlich angehoben werden muss.

In diesem Zusammenhang ist auch das Thema Gender Pay Gap zu nennen. Es ist kein Geheimnis, dass die meisten Frauen trotz identischer Qualifikation und Leistung oft vergleichsweise weniger verdienen, als ihre männlichen Kollegen. Bemühungen, dies zu ändern, sind längst nicht in allen Unternehmen selbstverständlich.

Im vergangenen Jahr ist das neue Lohntransparenzgesetz in Kraft getreten. Man könnte meinen, dass der Gesetzgeber hiermit einen erheblichen Beitrag geleistet hat. Doch der Schein trügt. Mitarbeiter können zwar anfragen, wie viel ihre Kollegen verdienen, allerdings sind vom Arbeitgeber nicht die Löhne und Gehälter einzelner Arbeitnehmer offenzulegen. Stattdessen sind lediglich Durchschnittswerte von Personengruppen zu nennen. Zumal dies erst für Unternehmen gilt, die mindestens 200 Arbeitnehmer beschäftigen.

Gründe für mehr Transparenz

Das Festhalten an alten Traditionen ist nicht immer die beste Lösung. Insbesondere ein Blick in die USA offenbart, dass sich mehr Transparenz im Feld der Vergütung auf vielfältige Art und Weise positiv auswirken kann.

So wird Gehaltstransparenz vor allem als ein großer Beitrag zu mehr Fairness verstanden. Meist gleichen sich die Gehälter stark an, was bei den Beschäftigen zu einem guten Gefühl, anstelle eines Gefühls der Benachteiligung führt. Anstatt Wettbewerb untereinander zu entwickeln, kann Payment Transparency die Zusammengehörigkeit stärken.

Gleichzeitig lässt sich auf diese Weise auch wunderbar das Gender Pay Gap schließen. Generell handelt es sich um eine gute Maßnahme, um gegen die Ungleichbehandlung von Minderheiten vorzugehen. Dies kann nicht nur ein positiver Beitrag zum Unternehmensklima, sondern ebenso für die Außendarstellung sein.

Zudem wird Unterstützung bei der Erstellung von Karriereplänen geleistet. Die meisten Berufstätigen möchten nicht nur wissen, welche Aufgaben sie auf der nächsten Karrierestufe erwarten, sondern ebenso, mit welcher Vergütung zu rechnen ist. Mehr Transparenz kann dabei helfen, sowohl Enttäuschungen vorzubeugen, als auch die Mitarbeiter Motivation zu steigern.

Innerhalb des Recruiting-Prozesses kann Gehaltstransparenz ebenfalls eine unterstützende Kraft sein. Potenzielle Kandidaten wissen bereits im Vorfeld, welche Vergütung gezahlt wird. Entsprechend lassen sich Missverständnisse und falsche Erwartungen vermeiden, was zu einem besseren Verlauf der Einstellungsgespräche führen kann.

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Quellen:
https://www.humanresourcesmanager.de/news/global-talent-trends-report-2019-arbeitswelt-im-wandel.html
https://t3n.de/news/open-salaries-gehaltstransparenz-825637/2/
https://www.tagesspiegel.de/politik/lohntransparenzgesetz-tritt-in-kraft-so-soll-das-gesetz-die-lohnluecke-zwischen-frauen-und-maennern-verkleinern/20818762.html

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