Bereits in den letzten Blogartikeln haben wir uns mit dem Thema der Digitalen Transformation und deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt beschäftigt. Wenn der Begriff in den Nachrichten auftaucht, wird zumeist über technologische Veränderungen und Herausforderungen auf Ebene des Managements bei Unternehmen gesprochen. Im Mittelpunkt steht momentan noch primär der Aufbau von Wissen hinsichtlich digitaler Technologie, der Bedeutung einer digitalen Transformation für das eigene Unternehmen und den sich insgesamt daraus ergebenden Veränderungen in der Gesellschaft. Auch die Bundesregierung setzt hier den Schwerpunkt in der Digitalen Agenda, welche in die drei Bereiche „Digitale Infrastrukturen“, „Sicherheit, Schutz und Vertrauen für Gesellschaft und Wirtschaft“ und „Digitale Wirtschaft und digitales Arbeiten“ unterteilt ist. Vernachlässigt wird in dieser Betrachtung oft, dass moderne Technologien selten lange Lebenszyklen durchlaufen. Diese Schnelligkeit sorgt dafür, dass heute erworbenes Wissen morgen schon „alt“ sein kann. Die permanente und immer schneller werdende Veränderung, der jeder Einzelne ausgesetzt ist, wird dabei von vielen unterschätzt.

Agile Organisation als Idealbild

Bei in der digitalen Welt entstandenen Unternehmen wird darum oftmals versucht, die Unternehmensorganisation agil zu gestalten. Der Begriff der Agilität wurde bereits im Bereich der Softwareentwicklung genutzt, um flexible und schlanke Organisationsformen zu beschreiben. Die dort entstandenen Methoden der Projektorganisation verbreiten sich zunehmend auch auf Ebene der Unternehmensführung. Ein Beispiel für eine Führungsmethode, die von einem digitalorientierten Unternehmen maßgeblich geprägt wurde und welche eng mit einer agilen Unternehmensführung verbunden ist, stellt z.B. die OKR Methode von Google dar. Die auch als „Wunderwaffe“ bezeichnete Methode ist ein Beispiel dafür, dass zu einer agilen Organisation nicht nur Entscheidungen über den Einsatz von Technologie selbst gehören. Im Zuge der Digitalen Transformation ist es nicht ausreichend, lediglich Wissen über Technologie aufzubauen und diese dann im Unternehmen zu implementieren. Darüber hinaus muss eine Flexibilität im Umgang mit der Technologie aufgebaut werden. Neben dieser technologischen Flexibilität gehört die Flexibilität der Mitarbeiter bzw. der beteiligten Menschen schließlich zu einer tatsächlich vollständigen Agilität auf Unternehmensebene und dem nachhaltig erfolgreichen Umgang mit der Digitalen Transformation. Gemeint damit ist, dass jeder Einzelne sich auf Veränderungen in seiner Arbeitsumwelt durch den Einfluss digitaler Technologien einstellen muss.

Am Ende macht der Mensch den Unterschied

Zielführende Entscheidungen, den Einsatz von Technologie betreffend, können vergleichsweise einfach gefällt werden. Anders stellt sich die Situation auf Seite der Menschen dar. Welche Maßnahmen kann ein Unternehmen heute ergreifen, um morgen auch auf Seite der Unternehmenskultur auf Veränderungen durch die Digitalisierung eingestellt zu sein? Wie können die eigenen Mitarbeiter auf kommende Veränderungen vorbereitet werden? Darauf gibt es keine einfach zu findende Antwort. Der Weg jedes Unternehmens muss individuell gestaltet werden und insbesondere die eigenen Mitarbeiter mit in den Mittelpunkt der Strategie stellen. Es zeigt sich somit, dass die reine Übertragung dieser Aufgabe auf eine einzelne Person, z.B. durch Einstellen eines „Managers für Digitalisierung“ nicht ausreichend ist. Digitale Transformation ist eine Aufgabe, bei der alle Mitarbeiter miteinbezogen werden müssen. Dabei müssen insbesondere auch  Fragen zu der eigenen Identität geklärt werden, der Umgang mit Ängsten, Chancen und Risiken thematisiert werden, die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter gestärkt und schließlich eine sich weiter entwickelnde Kultur geprägt werden. Hierbei werden die Mitarbeiter idealerweise mehr zu „Entrepreneuren“ im Unternehmen, also zu Intrapreneuren. Sie betreiben Innovation und treiben den digitalen Wandel voran. Am Ende zählt somit die Orientierung an den beteiligten Menschen. Diese kann den entscheidenden Unterschied in der Digitalen Transformation ausmachen… – der Mensch macht somit den Unterschied!