Geschäftsprozesse einfach und kostengünstig optimieren, mit geringem Aufwand hoch effektive Marketingkampagnen durchführen und steuern, oder sich stetig mit einer Vielzahl von Kunden austauschen – das alles sind nur einige der Möglichkeiten, die sich für Unternehmen durch die Digitale Transformation eröffnet haben. Die Attraktivität dieser neuen Technologien und Dienstleistungen macht den Wandel hin zu digitalisierten Geschäftsprozessen und Geschäftsmodellen unausweichlich. Für zukunftsorientierte Unternehmen gehören daher Maßnahmen zur Implementierung dieser digitalen Prozesse zum festen Bestandteil der Unternehmensstrategie. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen benötigen beispielsweise nach Einschätzung von Microsoft aber Unterstützung, um diesem Wandel gerecht zu werden. Innovative Informationstechnologien werden laut einer von Microsoft in Auftrag gegebenen IDC-Umfrage nur geringfügig dazu verwendet, neue Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Es stellt sich hier die Frage, ob die ausschließliche Optimierung bestehender Geschäftsprozesse für mittelständische Unternehmen ausreicht, um in immer kompetitiver werdenden Märkten bestehen zu können.

Digitaler Wandel als Katalysator von Innovationen

„Big Data“ ist eines der prominenten Schlagworte, das oft im Zusammenhang mit dem Digitalen Wandel genannt wird. Die Möglichkeit, immer größere Mengen an Daten zu erheben, zu analysieren und zu verknüpfen, scheint für die absolute Mehrheit aller Unternehmen, egal welcher Größe, enormes Potential zu bieten. Big Data gilt als einer der aktuellsten und vielversprechendsten Trends in der Thematik rund um die Digitale Transformation. Sie wird dabei oft als Innovationskatalysator aufgegriffen, da die aus ihr gewonnenen Erkenntnisse zu Veränderungen im Unternehmen führen. In einer aktuellen Studie der Universität Potsdam wurde in diesem Kontext untersucht, inwiefern deutsche Industrieunternehmen bereits Big Data Ansätze verfolgen. Eine zentrale Erkenntnis der Veröffentlichung „Wettbewerbsfaktor Analytics 2015“ ist dabei, dass neun von zehn Unternehmen weniger als die Hälfte ihrer Daten nutzen. Viele Unternehmen verschenken also aktuell noch einen Großteil des Potentials, das durch die Erhebung von Daten besteht. Doch nicht nur die mangelnde Erhebung der Daten stellt ein Problem dar. Die Studie zeigt darüber hinaus, dass die Datenanalyse und -interpretation meist in den spezifischen Unternehmensbereichen erfolgt. Hierbei werden die gewonnenen Erkenntnisse oft nur dazu verwendet, den jeweiligen Geschäftsprozess zu optimieren. Diese eindimensionale Interpretation von Daten kann aber kaum als innovationsfördernd bezeichnet werden, da sie schlussendlich nur zu Prozessoptimierungen führt. Obwohl Big Data als vielversprechender Bereich in der Thematik um Unternehmensinnovationen gilt, steht die ausschließliche Konzentration auf eine datengetriebene Geschäftsentwicklung den echten und nachhaltigen Innovationen oft im Wege.

Der „smarte“ Umgang mit Big Data

Big Data Ansätze, als Aushängeschilder für vordergründige Innovationskraft in Unternehmen, scheinen echte Innovationen auszubremsen. Es stellt sich also die Frage, ob andere Ansatzpunkte für nachhaltige Innovationen gefunden werden müssen, oder ob es auch Möglichkeiten gibt, mit Hilfe von Big Data innovativ zu sein. Besonders die Interpretation der Daten und die daraus resultierenden Konsequenzen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Das stetige Analysieren von Daten in allen Geschäftsbereichen – von Zulieferung, über Produktion, bis hin zu den Kunden – befähigt Unternehmen dazu, frühzeitig Kenntnis über Veränderungen im Unternehmen, oder der Umwelt zu erlangen. Diese gewonnene Flexibilität und Agilität ermöglicht es Unternehmen auf Marktgeschehnisse zu reagieren und fördert somit auch in gewissem Maße die Innovationskraft. Darüber hinaus bietet aber insbesondere der kreative Umgang mit den gewonnenen Daten viele innovative Möglichkeiten. Erst durch die Verknüpfung der Daten über die jeweiligen Quellen hinweg, zeigen Big Data Ansätze ihr volles Potential. Es sollte dabei nicht gezielt nach logischen Erkenntnissen gesucht, sondern durch „outside the box“-Denken auf unkonventionelle Verbindungen gestoßen werden. Das Bundeswirtschaftsministerium spricht im Zusammenhang von datengetriebenen Innovationsformen auch von der sogenannten „Smart Data“. Diese kreative Herangehensweise an das Thema Big Data kann Unternehmen Innovationsmöglichkeiten eröffnen und sie im Zuge der Digitalen Transformation nachhaltig stärken.