kw6_it-sourcing-map

IT Sourcing Map: Eine Übersicht

In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich der Begriff IT-Sourcing vor allem in der Industrie etabliert. IT-Produkte und -Dienstleistungen werden heute allerdings in vielen verschiedenen Branchen ausgelagert bzw. an externe Dienstleister übergeben. Da Begriffe wie Multi-Sourcing, Outsourcing, Offshore-Sourcing etc. oft verwirrend und nicht genau definiert sind, bedarf es einer allgemeinen Übersicht, die die wichtigsten Bereiche des IT Sourcing abdeckt. Hierzu eignet sich die sogenannte IT Sourcing Map von ephorie.de mit ihrer simplen aber klaren Baumstruktur. Im folgenden Beitrag wollen wir Ihnen die Einzelbereiche des IT Sourcing auf Basis dieser Map näher bringen.

Warum überhaupt IT Sourcing?

Wenn Unternehmen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen, selbst nicht genügend IT Ressourcen (Experten, Software, Hardware) zur Verfügung haben und/oder kostengünstig und effizient handeln wollen, dann ist das IT Sourcing eine sinnvolle Option. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen großen Konzern, um einen Mittelständler oder kleinere Unternehmen handelt.

Die Einteilung von ephorie.de

In der IT Sourcing Map von Holger von Jouanne-Diedrich werden Sourcing-Optionen aus sieben verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Will ein Unternehmen den Grad des externen Leistungsbezugs für sich festlegen, gibt es grundsätzlich drei Optionen, für die es sich entscheiden kann. Unter totalem In- oder Outsourcing wird eine komplett interne oder eben externe Beschaffung von IT-Dienstleistungen oder –Produkten verstanden. Um ein selektives Sourcing handelt es sich, wenn das externe Sourcing bei 20-80 Prozent liegt.

Beim zeitlichen Aspekt gibt es ebenfalls drei verschiedene Möglichkeiten des Sourcing, die allgemein geläufig sind. Das Outsourcing bezeichnet hierbei die Beschaffung von Leistungen und Produkten von externen Unternehmen und Dienstleistern. Das Insourcing stellt das genaue Gegenteil dar: Dabei will sich das Unternehmen unabhängig machen und auf eigene Ressourcen zugreifen. Beim Backsourcing verhält es sich ähnlich wie beim Insourcing, nur dass die Voraussetzung dafür die Wiedereingliederung von Prozessen ist. Das heißt also: Nur ehemalige „outgesourcte“ Prozesse oder Produkte können „backgesourct“ werden.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die finanzielle Abhängigkeit beim IT Sourcing. Dabei soll zwischen internem und externem Outsourcing unterschieden werden. Das klingt erstmal verwirrend. Das externe Outsourcing bedeutet in diesem Fall nichts anderes als das klassische Outsourcing. Während das interne Outsourcing im weiteren Sinne über einen eigenen konzerninternen Markt bezogen wird. Diese Option ist also tatsächlich für große Unternehmen interessant. Hinzu kommt noch die Möglichkeit des Joint Venture, bei dem zwei oder mehr voneinander unabhängige Unternehmen eine Partnerschaft eingehen. Dabei tragen sowohl Leistungsnehmer als auch Leistungsgeber dasselbe Risiko mit der Absicht, einen neuen gemeinsamen Markt zu erschließen.

Der Standort ist ebenfalls ein wichtiger Faktor für die Art des Sourcings. Hier gibt es wieder eine Menge Begriffe, die jedoch nachvollziehbar eingeteilt werden können. Während man beim Offshore Sourcing (meist aus Kostengründen) Leistungen aus dem fernen Ausland bezieht, ist es beim Nearshore Sourcing das nah gelegene Ausland (Bsp.: Polen). Beim Onshore bzw. Domestic Sourcing wird die Dienstleistung aus dem Inland bezogen. Noch näher geht es nur noch beim Onsite Sourcing – hier wird sogar noch auf dem Firmengelände gesourct. Lediglich der Betreiber ist dann ein anderer. Setzt man alle Standort Sourcing Optionen je nach Bedarf ein, kann man auch von Global Sourcing sprechen.

Der Grad der Geschäftsorientierung gibt mehr Aufschluss über den Bereich der Sourcing Dienstleistungen oder Produkte. Beim Business Process Outsourcing (BPO) und Knowledge Process Outsourcing (KPO) werden ganze Geschäftsprozesse an externe Dienstleister übergeben. Wobei KPO speziell die wissensbasierten Prozesse wie z. B. Forschung und Entwicklung meint. Wenn Unternehmen lediglich an externer Software interessiert sind, die gut an die internen Prozesse angepasst werden können, wird es Application Outsourcing genannt. Die wohl gängigste Art des geschäftsorientierten Sourcing ist das Infrastruktur-Outsourcing. Gemeint sind also IT Infrastrukturen, die von externen Dienstleistern bezogen werden.

Noch ein Punkt ist die Anzahl der Leistungsersteller. Single- und Double-Sourcing sind an der Stelle selbsterklärend. Beim Multisourcing werden allerdings Leistungen an verschiedene Dienstleister vergeben. Dabei kann ein Dienstleister als Hauptunternehmer gelten.

Des Weiteren existiert noch der strategische Aspekt. Hier wird unter anderem zwischen Value-added Outsourcing und Co-Sourcing unterschieden. Bei der ersten Variante bringen beide Partner Kompetenzen ein, mit dem Ziel, einen weiteren externen Markt zu bedienen. Beim Co-Sourcing wird die Abrechnung der Leistung nicht mehr auf Basis IT-technischer Einheiten durchgeführt, sondern geschieht erfolgsorientiert in den jeweiligen Geschäftsprozessen. Das Transitional Outsourcing eignet sich für Unternehmen, die ältere Technologien durch neue ersetzen möchten, die Übergangsphase aber nicht selbst übernehmen können/wollen. Hier ist der externe Dienstleister also für die alte Technologie zuständig. Die Mischform zwischen dem klassichen Outsourcing und einer Beratungsfunktion stellt das sogenannte Transformational Outsourcing dar.

IT Sourcing ist also nicht einfach nur IT Sourcing. Führungsverantwortliche müssen viele Faktoren beachten, wenn sie sich für die passende Option entscheiden wollen. Wenn Sie Fragen haben und eine erste Beratung von einem erfahrenen IT Dienstleister wünschen, kontaktieren Sie uns einfach. Wir helfen Ihnen gerne bei der Wahl nach der für Sie perfekten Lösung!

Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Melden Sie sich für unseren Newsletter an

Durch Angabe meiner E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons "Anmelden" erkläre ich mich damit einverstanden, dass die CompuSafe Data Systems AG mir regelmäßig Informationen zu folgenden Themen per E-Mail zuschickt: Links zu Fachbeiträgen, Links zu Stellenanzeigen, Links zu aktuellen Blogbeiträgen, Einladungen zu Webinaren und Ebook-Veröffentlichungen. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.